Ihr schulische Laufbahn haben Felix Schwab und Simon Sendler erfolgreich abgeschlossen, nun setzen die beiden Jungpiloten des Flugsportvereins Erlangen-Nürnberg (FEN) an, auch sportlich gemeinsam weitere Stufen der Karriereleiter zu erklimmen: Nach den Erfolgen dieses Jahres haben sie sich für 2019 neue, ehrgeizige Ziele gesetzt. Eines ist die deutsche Meisterschaft.

Zwischen Basis und Gipfelgrat

Im Mai hatte es für Felix mit einem „Heimspiel“ begonnen: Der LIMA-Lehrgang des Bayerischen Luftsportverbands (LVB) für den fliegerischen Nachwuchs, fand auf dem Hetzleser Berg statt. Wer sich bei diesem Streckenflluglehrgang als förderungswürdig erweist, wird auf Empfehlung des Trainerteams Mitglied im bayerischen D-Kader, der Riege der 20 besten Junioren Bayerns. Er schnitt gut ab – und nun gehört er dazu. Wie sein Vereinskamerad Simon Sendler, der das bereits zwei Jahre zuvor geschafft hatte und auf dem Hetzles schon zum Trainerteam gehörte. Es kommt nicht oft vor, dass zwei aus dem gleichen Verein dieser „Elite-Truppe“ angehören. Qualifiziert hatte sich Felix nicht zuletzt durch seinen ersten 500-km-Flug mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 93 km/h (da fehlt noch die „Rennstrecke“ mit über 100 km/h).

Mit dem Discus auf der Rennstrecke

Gemeinsam nahmen die beiden im Sommer an einem Fluglager im französischen Barcelonnette teil, dem idealen Ort fürs Alpenfliegen, der alljährlich Ziel etlicher FEN-Piloten ist. „Da haben wir gesehen, dass die Teamarbeit zwischen Simon und mir immer besser funktioniert“, sagt Felix, und so entstand der Plan, im kommenden Jahr gemeinsam Wettbewerbe zu fliegen“. Zum Beispiel im Juni auf der Streckenflugwoche im sächsischen Riesa . „Das ist so eine Art Spaßwettbewerb, aber ideal zum Warmwerden“ – nämlich beispielsweise für die Junioren-Quali auf der Schwäbischen Alb, also die Qualifikation zur Deutschen Juniorenmeisterschaft, welche dann im Jahr darauf stattfindet. „Das ist immer abwechselnd, in einem Jahr Quali, im nächsten Jahr die Meisterschaft“. An dieser hatte Simon heuer teilgenommen. Wer die Quali schafft, gehört automatisch wieder zum D-Kader, für den man sich jährlich qualifizieren muss.

Mühsames Hocharbeiten aus dem Tal

Wie ist das, im Team zu fliegen und dennoch Konkurrent zu sein? „Jeder fliegt in einem Einsitzer“, erläutert Felix“, „und der Vorteil in so einem Team ist, dass man sich im Gegensatz zum völligen Alleinflug, über Funk abstimmen kann, an welcher Stelle vielleicht das bessere Steigen zu finden ist, somit schneller wird und folglich effizienter fliegen kann. Da muss zwischen den Teampartnern die Chemie schon stimmen und einer sich auf den anderen verlassen können“. Ein Konkurrenzdenken ist natürlich immer dabei, aber Felix und Simon sehen das positiv: „Das stachelt uns beide an, dass jeder sein bestes gibt und versucht, besser zu werden als der andere, aber auf faire Weise“ also, wie Felix schmunzelnd hinzufügt, „nicht mit dem Messer zwischen den Zähnen. Dadurch schafft man es auch, als Team besser zu werden und gemeinsam das beste Ergebnis zu erzielen.“

Fliegen im Team

Konkret sieht das so aus, dass beide bei schönem Wetter zusammenbleiben, etwa mit einem Abstand von 100 Metern. „Und wenn das Wetter schlecht wird, fliegt der andere nicht einfach weg, auch wenn er den besseren Auftrieb erwischt. Er wartet dann , und man fliegt gemeinsam weiter. Dies soll auch bei der Qualifikationen gelten, da kann man sich per Funk abstimmen, nicht dass der eine den anderen abhängt „und der dann als Schlusslicht daher kommt“. Sie wollen, versichert Felix, so gut wie möglich fliegen und Erfolg zu haben, „ohne zu denken, „wir sind besser als alle anderen“.

Herbert Fuehr

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