Der „Willy“ ist ein Elektro-Nurflügler von Konstrukteur Wolfgang Werling. Bauplan mit Baubeschreibung und ein Frästeilesatz für Spanten und Rippen sind über den VTH-Verlag zu beziehen. Daneben benötigt man Brettchen und Leisten aus Balsa, Kiefer und Sperrholz, Bespannmaterial, den Antriebsstrang – also Motor, Regler und Akku – und die RC-Komponenten. Ein ebenes Baubrett, diverse Werkzeuge und Klebstoffe sind in der gut sortierten Modellbauwerkstatt selbstverständlich vorhanden, so dass man gleich loslegen kann.

Begonnen wird mit dem Bau der Tragflächen. Zunächst müssen die Holme aus Kiefernleisten gefertigt werden. Die Verklebungen erfolgen mit Holzleim und müssen sorgfältig ausgeführt werden; schließlich nehmen die Holme die Kräfte an der Fläche während des Fluges auf.

Der Aufbau der Flächen erfolgt dann direkt auf dem Bauplan, der hier bereits ausgelegt ist.

 

Die Rippen werden mit dem unteren Holm verklebt. Die am Rippenende untergelegte Leiste bewirkt eine Flächenverwindung, die später im Flug für Stabilität sorgen soll.

Wenn der Klebstoff durchgetrocknet ist, kann auch der obere Holm aufgebracht werden.

 

 

Um die Stabilität der Fläche weiter zu erhöhen wird der Hauptholm durchgängig verkastet. Im Wurzelbereich der Fläche werden die Hilfsholme eingeklebt.

 

Die Fläche kann nun beplankt werden. Im Endleistenbereich werden dabei weitere Hilfsrippen eingeklebt.

Bevor die Fläche auch unten mit einer Beplankung verschlossen wird, müssen die Servokabel eingelegt werden. Im Bild ist auch das Servo (= Rudermaschine) schon eingebaut. Damit man das Servo bei einem eventuellen Defekt auch wieder ausbauen kann, wurde es vor dem Einkleben mit Gewebeband umwickelt.

 

Im Wurzelbereich sowie auf Höhe des Querruderservos wird auch die Flächenmitte beplankt. Ansonsten bleibt sie offen, so dass die Rippenbauweise erkennbar ist.

Nach erfolgter Beplankung kann die Nasenleiste aufgeklebt werden.

 

Schließlich wird der Randbogen angebracht und die gesamte Fläche sauber verschliffen.

Die zweite Fläche wird analog erstellt.

 

 

Nachdem beide Flächen erstellt sind, kann die Steckung eingebaut werden. Sie besteht aus zwei Stahlstäben, die in Messingrohren geführt werden. Die Steckung ist im Haupt- und Hilfsholm plaziert und leitet die Kräfte so optimal in den Flügel ein.

 

 

Bevor bespannt wird, müssen noch die Querruder aus der Fläche ausgeschnitten und an den Schnittstellen verkastet werden.

 

Obwohl das Modell keinem großen Vorbild nachgebaut ist, wirkt es durchaus wie ein Oldie. Um diesem Charakter gerecht zu werden, wird auf eine Bespannung mit der übliche Bügelfolie verzichtet. Stattdessen kommt ein Polyestergewebe (SIG Koverall) zum Einsatz. Leider zeigen sich beim Bespannen rote Flecken ungeklärter Herkunft, die erst mit mehreren Schichten Lack wieder abgedeckt werden können. Die eigentlich gewünschte semi-transparente Bespannung kann so nicht verwirklicht werden.

 

 

Nach Fertigstellung der Flächen kommt das Leitwerk an die Reihe. Wie die Flächen wird auch das Leitwerk direkt auf dem Plan aufgebaut.

 

 

Das Leitwerk ist teilbeplankt und im Bild fertig verschliffen. Wie die Tragflächen wird auch das Leitwerk mit Polyestergewebe bespannt und lackiert. Zunächst muss aber noch das Steuerruder von der Dämpfungsfläche abgetrennt und die Schnittseiten verkastet werden.

 

Nun geht es an das Rumpfboot. Die tragenden Teile – Spanten und Rumpfseiten – sind aus Sperrholz gefertigt und im Bild schon verklebt. Ein Flugzeugrumpf ist nur mit einiger Phantasie zu erkennen. Die Ausschnitte und Bohrungen deuten allerdings schon an, wo später einmal der Flügel am Rumpf sitzen wird.

 

 

Teile der unteren Beplankung sind angebracht und das Ganze nimmt langsam Gestalt an.

 

 

 

Bevor weiter beplankt wird, muss allerdings erst die Radaufhängung am Mittelspant angebracht werden.

 

 

So langsam zeigt sich die Form des fertigen Rumpfes. Um die obere Beplankung passgenau anbringen zu können, wird auch die Dämpfungsfläche des Seitenleitwerks schon angebracht. Hier ist sie allerdings nur aufgesteckt; vor dem Einkleben muss sie erst noch bespannt und lackiert werden.

 

Nach Anbringen aller Beplankungen wird die abnehmbare Haube gefertigt, die später einmal Zugang zum Rumpfinneren gewähren soll. Sie wird direkt auf dem Rumpf aufgebaut um sicherzustellen, dass hinterher alles passt. Das blaue Klebeband soll verhindern, dass die Haube sich mit dem Rumpf verklebt.
Auch der Pilot hat sich schonmal an seinen späteren Arbeitsplatz gesetzt, schaut aber angesichts des dicken Rumpfes noch etwas blass und besorgt. Kann so etwas fliegen?

 

Rumpf und Haube sind fertig verschliffen und können nun mit Lack behandelt werden. Auch die Flächenübergänge und die Flächensteckung sind angebracht. Das Seitenruder ist schon fertig bespannt und lackiert.

 

Nach Abschluss der Lackierarbeiten bleibt noch der Einbau von RC-Komponenten und Antrieb. Im linken Bild sind links das Seitenruderservo, rechts an der Seitenwand der Flugregler und unten der Empfänger zu erkennen. Auch für den Akku ist zwischen Servo und Flugregler noch genügend Platz.

Das rechte Bild zeigt den Motor in der Rumpfspitze. Wie üblich kommt hier ein bürstenloser Außenläufer zum Einsatz.

 

Das Modell ist nun fertig und wartet auf den Erstflug. Ob Schwerpunkt und Ruderausschläge richtig eingestellt sind, muss sich dann zeigen.

Auch der Pilot hat Farbe bekommen, schaut aber nach wie vor skeptisch. So ein Erstflug ist ja auch immer eine aufregende Sache. Schließlich steckt viel Arbeit in einem solchen Modell.

 

Beim Start steigt das Modell gleich steil in den Himmel und muss mit viel Tiefenruder in eine annähernd normale Fluglage gebracht werden. Auch die gewählten Ruderausschläge sind deutlich zu groß.

 

Nach Korrektur des Schwerpunkts und der Ruderausschläge fliegt das Modell stabil und zeigt auch gute Flugleistungen. Man sollte den Angaben des Konstrukteurs eben gleich Glauben schenken.

 

Da die Flugsaison ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat, kann man auf viele ausgedehnte Thermikflüge hoffen. Investierte Zeit und Arbeit haben sich gelohnt.

(Michael Klotz)