Sind alle Voraussetzungen erfüllt, kann es mit der eigentlichen Ausbildung losgehen. Bis zur praktischen Luftfahrerprüfung gliedert sich diese in drei Abschnitte, die jeweils mit der A-, B- bzw. C-Prüfung abschließen.

Allgemeines zur Schulung

In der „warmen“ Jahreszeit, also etwa von April bis Oktober, findet an jedem Wochenende sowie Feiertags am Hetzleser Berg Flugbetrieb statt. Dann wird etwa von 10 bis 17 Uhr – abhängig vom Wetter – geflogen. Während den Pfingst- und den ersten beiden Wochen der Sommerferien ist das sogenannte „Fluglager“, bei dem viele Vereinsmittglieder ihren Urlaub verbringen. Hier kann die ganze Woche über geflogen werden. Auch Übernachtungen am Flugplatz sind möglich: Entweder im eigenen Zelt oder wahlweise im Vereinsheim bzw. dem Jugendraum (jeweils mit Matratzen und/oder Stockbetten ausgetattet).

In der Winterzeit wird die Theorie besucht (jeweils samstags in unserem Schulungsraum in Erlangen). Darüber hinaus kann der Flugschüler und angehende Scheinpilot seine Fähigkeiten in der Werkstatt unter Beweis stellen.

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Die ersten Schritte

Speziell am Anfang werden Flugschüler erst einmal mit der Steuerung des Segelflugzeugs vertraut gemacht – was passiert, wenn ich in die Pedale trete? Wie fliege ich eine Kurve? Im Anschluss geht es dann um die Perfektionierung der beiden anspruchsvollsten Abschnitte eines Flugs, dem Starten und Landen. Im Rahmen dieses Ausbildungsabschnitts fliegt der Flugschüler immer mit einem Fluglehrer aus unserem Verein auf dem hinteren Sitz des Flugzeugs – bis dieser nach meist etwa 50 bis 80 Flügen sein Einverständnis zur A-Prüfung – den ersten drei Alleinflügen im Doppelsitzer – gibt.

Streckenflug-Training

Damit ist der erste Ausbildungsabschnitt abgeschlossen. Bis zur B-Prüfung, in der drei Alleinflüge mit Ziellandung gefragt sind, steht dann die Perfektionierung des Thermikflugs an: Sauberes Einkreisen und „kurbeln“, wie sich das Kreisen im Segelfliegerjargon nennt, stehen hier neben der Verwendung von Sollfahrtgeber und Wolkenstraßen im Vordergrund.

Ist auch dieser Abschnitt geschafft, so steht wenig später der Umstieg auf den Einsitzer an. Im Verein wird dafür einer unserer beiden „Astire“ genutzt, die im Flugverhalten stark dem Schulungs-Doppelsitzer ähnelt. Wird dieser sicher beherrscht und sind einige andere Übungen abgeschlossen, geht es wenig später zur C-Prüfung: Drei Landungen mit einem sogenanntem Slip, der den Luftwiderstand während des Anflugs erhöht.

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Es wird (noch) ernster: Praktische Prüfung

Langsam aber sicher geht es dann auf die praktische Prüfung zu, die allerdings noch einige weitere Punkte voraussetzt. Dazu gehört unter anderem ein 50km Überlandflug, der im Einsitzer geflogen wird. Vor diesem muss zudem auch die theoretische Prüfung beim Luftamt Nordbayern (Flughafen Nürnberg, aus Erlangen bequem mit dem Rad zu erreichen) abgelegt worden sein. Auf diese Prüfung bereitet der theoretische Unterricht vor, der im Winter in Kooperation mit anderen Vereinen aus der Umgebung im Erlanger Vereinsheim stattfindet.

Liegt der Luftfahrerschein für Segelflugzeugführer erst einmal in den eigenen Händen, lassen sich die persönlichen Ziele natürlich auch höher stecken: Neben Kunstfluglehrgängen kann der Schein auch mit einer Berechtigung zum Führen von Motorseglern erweitert werden.